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Umsetzung:
Altersstufe 3 K |
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Materialien
für die kulinarische Reise und die Rezeptsammlung
In
der sudetendeutschen und
tschechischen Küche ist der Einfluss Österreichs spürbar geblieben;
umgekehrt stammen viele Gerichte, die wir heute als österreichisch
bezeichnen, aus Böhmen und Mähren. Weil die von dort kommenden Köchinnen
in der Donaumetropole gesucht waren, verdankt die Wiener Küche ihren
Weltruhm zum Teil auch ihnen.

Karlsbader Pumpernickel
(Weihnachtsgebäck)
Elbogener Pfefferkuchen (Weihnachtsgebäck)
Egerländer
Kleckselkuchen
Hochzeitskuchen aus dem
Hultschiner Ländchen
Böhmische
Quarkkolatschen
Schlesischer
Streuselkuchen
Böhmerwälder
Apfelstrudel
Liwanzen
Powidlschnapper
Böhmische Tipfelknödel
Wer
von euch im persönlichen Umfeld auf Recherche gehen kann, sollte das
unbedingt tun!
Sucht Kontakte und
erfragt bei Menschen aus Tschechien, Böhmen, Mähren und Sudeten
Schlesien, was sie am liebsten backen, kochen, zubereiten, als typisch für
ihre Heimat weitergeben an Kinder und Enkel und was sie ihren Gästen
gerne servieren!
Zu jeder Spezialität
solltest du ein Städte – oder Landschaftsportrait anfertigen, die
Spezialitäten lassen sich in eine kulinarische Landkarte einzeichnen, ein
kulinarischer Kalender zu „Böhmen und mähr...“ kann entstehen und
vieles mehr. Vielleicht lässt sich ein altes Originalrezept in Großmutters
Handschrift auftreiben, ein Interview (im Heimatdialekt) dazu führen und
aufzeichnen...
Der Fantasie sind keine
Grenzen gesetzt! Bedenkt, dass eine Verköstigung anderen Freude machen
kann, sei es am Elternabend, in der Pause, in einem Altersheim, bei einem
Schulbazar.
Vergesst nicht, euer
Ergebnis und die „Veröffentlichung“ zu dokumentieren und mit
einzuschicken!
Einige Beispiele
erleichtern dir den Start und regen dich vielleicht an zur Zubereitung der
landestypischen und regionalen Spezialitäten zusammen mit
Klassenkameraden und Freunden oder mit den Kennern höchstpersönlich ein
Backkurs/Kochkurs à la Biolek durchführen.
Weitere
Rezepte finden sich auch unter www.tschechien.de

Karlsbader
Pumpernickel (Weihnachtliche Lebkuchen)
500g Mehl
200g Zucker
200g Zuckerrübensirup
100g Nüsse oder Mandeln (gerieben)
50g Orangeade
50g Zitronat
2 Eier
1 Päckchen Neunerlei Lebkuchengewürz
70g Butter
10g Haushaltsnatron (= 2 Teelöffel)
Zubereitung:
Sirup mit der Butter sanft erwärmen; (etwas abkühlen lassen)
Mehl, Nüsse, Natron, Zitronat und Orangeade gut vermischen; in der
Mehlkuhle Zucker und Eier vermischen, den warmen, (nicht heißen) Sirup
zugeben und alles mit dem Kochlöffel vermengen; einen Klumpen formen, in
die gemehlte Schüssel geben und über Nacht ruhen lassen.
Teig 0,5 - 1 cm dick ausrollen, rund ausstechen (etwa 4 cm Durchmesser),
auf Oblaten setzen, bei 175° backen; Umluft: 155°/12 Minuten (kurz
nachdem sie schön aufgegangen sind, sind sie fertig)
Glasur: Zitronen-
Zuckerguss
von Johanna Buchner,
Falkenau an der Eger

Elbogener
Pfefferkuchen (Sollte
Goethe sie schon gekostet haben?
30g Butter
80g Zucker
150g schwarzes Mehl
etwas Zimt
2 EL. Sirup oder Honig
1TL Natron
zum Bestreuen: 50g feingewiegtes Orangeat. Nach Belieben etwas
Schokoladenglasur.
Zubereitung:
Butter, Zucker und Ei
schaumig rühren, nach und nach die übrigen Zutaten daruntermengen und
die Masse auf ein gefettetes Backblech dünn aufstreichen. Mit Orangeat
bestreuen und bei Mittelhitze backen. Noch heiß in Streifen oder Quadrate
schneiden und beliebig glasieren. Fertig!

Egerländer
Kleckselkuchen
(für 1-2 Bleche) aufwendig, aber köstlich,
gut geeignet für große Familienfeste
Hefeteig:
500g Mehl
35g Hefe
80g Zucker
knapp ¼ l Milch
100g Butter
1
Ei
1 Prise Salz
für den
Mohnbelag:
½ l Milch, 1 Prise salz
Schale einer halben Zitrone
50g Gries
300g gemahlener Mohn
150g Zucker
½ Teelöffel Zimt
2 Esslöffel Honig (= 40g)
100g kernlose Rosinen
1 Glas Rum (2cl)
für den
Quarkbelag:
250g
Speisequark (Topfen/Magerquark)
2 Eigelb
80g Zucker, 1 Pck.
Vanillinzucker
außerdem:
250g Pflaumenmus (eher
etwas mehr)
1 Esslöffel Rum
etwas Butter zum Einfette der Bleche
Mehl zum Ausrollen
40g Mandelstifte zum Bestreuen
für die Streusel:
150g Mehl
50g Zucker
100g Butter
Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel
geben, in die Mitte eine Mulde drücken, Hefe reinbröckeln und diese mit
einem Teelöffel Zucker, etwas lauwarmer Milch und etwas Mehl zu einem
Vorteig verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 15 Minuten gehen
lassen. Danach den restlichen Zucker, die übrige Milch, das geschmolzene,
lauwarme Fett, Ei und Salz zugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig so lange schlagen, bis er
sich vom Schüsselrand löst. Zugedeckt noch mal 30 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzweit für
den Mohnbelag Milch, Salz und abgeriebene Zitronenschale zum Kochen
bringen. Gries einrieseln und bei schwacher Hitze 5 Minuten ausquellen
lassen. Vom Herd nehmen, gemahlenen Mohn, Zucker, Honig einrühren.
Rosinen mit kochendem Wasser überbrühen, auf einem sieb abtropfen
lassen. Rosinen, Zimt und Rum unter die Mohnmasse mischen.
Für den Quarkbelag alle
Zutaten verrühren.
Für die Streusel Mehl
und Zucker mischen. Fett schmelzen und mit einer Gabel unter die
Mehl-Zucker-Mischung rühren.
Hochzeitskuchen
aus dem Hultschiner Ländchen gehen ganz ähnlich . Sie wurden in großer Anzahl auf
runden Blechen gebacken. Von ihnen hieß es:
Tut sich
der Duft des Kuchens kund, dann hüpft
von weitem schon der Mund!“

Böhmische
Quark-Kolatschen
Hefeteig:
1000g Mehl
180g Zucker
200g Schmalz
35g Hefe
Zitronenschale
Saft von einer halben Zitrone
2 Eidotter
Hefeteig zubereiten und aufgehen lassen!
Belag:
100g Butter mit 150g Zucker schaumig rühren
nach und nach 3 Eidotter und etwas Zitronenschale zugeben
2 Pakete Schichtkäse (Magerquark) und Schnee von drei Eiklar zugeben
Zubereitung:
Aus dem Hefeteig handtellergroße Kuchen formen
den Kuchenrand etwas hochdrücken, mit verquirltem Ei bestreichen und
Kuchenbelag auftragen
mit Mandeln und Pflaumenmus verzieren.

Schlesischer
Streuselkuchen
für
den Boden:
450 g Mehl
30 g Hefe
1/4 l Milch
50 g Butter
50 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
für
die Füllung:
200 g Weiche Butter
200 g Zucker
3 Eier
1 kg Quark
40 g Speisestärke
1 Prise Salz
1 Schale von 1 Zitrone; gerieben
für
die Streusel:
350 g Mehl
200 g Zucker
1 Prise Salz
1 Prise gemahlenen Zimt
200 g Butter
für
das Backblech:
Butter
Zubereitung:
Die Zutaten reichen für
ein ganzes Backblech!
Boden:
Das Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde hineindrücken.
Die Hefe hineinbröckeln und mit der Milch und etwas Mehl zu einem Vorteig
verrühren. Zugedeckt 15 Min. gehen lassen. Die Butter zerlassen, mit dem Zucker, dem Ei und dem Salz zum Vorteig
geben und mit dem gesamten Mehl zu einem festen Teig schlagen.
Den Teig nochmals 30 Min. gehen lassen.
Quarkfüllung:
Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Die Eier, den
Quark, die Speisestärke, das Salz und die Zitronenschale zugeben und
alles gut verrühren. Ein Backblech mit Fett bestreichen. Den Hefeteig in Grösse des Backblechs
ausrollen, auf das Blech legen und die Quarkfüllung daraufstreichen.
Streusel:
Das Mehl mit dem Zucker, dem Salz und dem Zimt mischen. Die
Butter zerlassen und unter ständigem Rühren tropfenweise zugeben. Den
Teig mit den Händen zu Streuseln reiben und auf die Quarkfüllung
streuen.
Den Kuchen nochmals 15 Minuten gehen lassen.
Den Backofen auf 210 Grad vorheizen. Den Kuchen ca. 20 - 25 Min. auf der
zweiten Schiene von unten goldgelb backen.
Bei 30 Stücken pro Stück etwa 1260 Joule oder 300 Kalorien.
von:
C.WULF@TBX.BERLINNET.in-BERLIN.de (Christian Wulf)

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Böhmerwälder
Apfelstrudel
Teig:
300g Mehl
etwas Salz
200g Sahne
Für die Füllung:
4-6 geschälte Äpfel grob hobeln, mit Zimt, Vanillinzucker und Zucker
nach Geschmack mischen und gleichmäßig auf den Teig verteilen.
Zubereitung:
Sahne kurz aufkochen lassen, über das Mehl gießen
und fest durchkneten, bis der Teig richtig glatt ist. Zu einem Rechteck
ausrollen, mit Füllung (s.u.) bestreichen und von der kürzeren Seite her
etwa 10 cm einschlagen, dann erst die längeren Seiten darauf klappen, so
dass sie aneinander stoßen
Backblech mit Fett
bestreichen und Strudel darauf legen,
bei 200° im Elektroherd hell backen;
während der Backzeit ein- bis zweimal mit Butter bestreichen; noch warm
mit Puderzucker bestreuen.
von Maria Wierer, Hammern
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Maria Wierer beim Backen
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Dukatenbuchterln
(Südmährische Küche - Rezept 140 )
300
g Mehl
1 Ei
2 Dotter
150 g Margarine
60 g Zucker
20 g Hefe
1/8 l
Milch oder etwas mehr
abgeriebene Zitronenschale
Salz
feste Marillenmarmelade
Margarine zum Bestreichen.
Zubereitung:
Aus
der Hefe mit etwas Zucker, lauwarmer Milch und Mehl wie üblich ein
Dampfel machen und an einem warmen Ort aufgehen lassen. Mehl, Eier, Zucker, Salz
und die leicht zerlassene Margarine und dem Dampfel zu einem gut
abgeschlagenen Hefeteig verarbeiten, der mittelfest sein muss. Rasten und
aufgehen lassen, dann auf einem bemehlten Brett fingerdick auswellen. Mit
einem bemehlten Ausstecher etwa 6 cm große runde Scheiben ausstechen,
darauf in die Mitte ein 1/3 Kaffeelöffel großes Stückchen
Marillenmarmelade legen; die Scheiben zu kleinen Kugeln formen und von
allen Seiten mit einem befetteten Pinsel einfetten, damit sie sich nachher
gut trennen lassen. In eine gut gefettete Gugelhupfform bis zu drei
Viertel der Höhe einschichten. Fest aneinander drücken und mit der
„Naht“ nach unten einlegen.
Nach nochmaligen kurzen Aufgehen die
Buchteln im halbheißen Rohr etwa eine ¾ bis 1 Stunde goldbraun backen, nach
kurzem Abkühlen die Gugelhupfform auf eine runde Platte stürzen. Mit
den Fingern etwas auseinandergezogen und gelockert, mit Puderzucker
bestreut, stellt diese Mehlspeise eine interessante Abwechslung dar. In
kleinen Portionen werden die Buchteln mit Vanillesauce übergossen als Nachtisch oder Hauptmahlzeit
gereicht.
Die
Dukatenbuchterln können auch auf dem Backblech gebacken werden. Umluft 155
°C,
sonst 175°C.
Backzeit: 30 - 40 Minuten. Statt Marillenmarmelade kann man halbe Marillen aus der
Dose nehmen.
von Ewald Siegl,
Znaim

Liwanzen
Teig:
Vorteig:
1/8 - 1/4 l Milch
40g Hefe
2 Teelöffel Zucker
Alle Zutaten verrühren und gehen lassen
für den Teig selber:
500g Mehl
gut 1/4l Milch (lauwarm)
1 Ei
3 Esslöffel Zucker
1 Prise Salz
Zubereitung:
Den Vorteig in eine Grube
im Mehl geben, mit etwas Mehl verrühren. Ei, Zucker, Milch und Salz
zugeben, alles zu einem glatten Teig verrühren (halbflüssig, wie dicker
Pfannkuchenteig), den Teig gehen lassen. Die Liwanzen wie
Reibekuchen (etwa handtellergroß, aber fast fingerdick) links und rechts goldgelb
backen.
Dazu Zimt-Zucker oder
Puderzucker und
Kompott oder Apfelmus reichen
von Lydia Pecher, Kohling
bei Neudek

Powidlschnapper
300g Mehl
20g Hefe
Milch
wenig Zucker
1 Ei (nicht unbedingt)
einen festen Hefeteig bereiten, den gegangenen Teig vierteilen, auf der Hand einen flachen
Fladen formen, mit Powidl (= Pflaumenmus) füllen, fest zudrücken. Auf
einem bemehlten Brett nochmals gehen lassen und dann mit der
Verschlussstelle nach unten auf einem über einen Topf mit kochendem
Wasser gespannten Geschirrtuch, mit einer Schüssel bedeckt, im
Wasserdampf 20 –30 Minuten garen. Nicht vor Ende der Garzeit öffnen!
Auf einen Teller geben,
die Powidlschnapper etwas aufreißen und mit flüssiger Butter, Zucker und
Zimt nach Belieben servieren.
Von Lydia Pecher, Kohling
bei Neudek

Böhmische
Dipfelknödel
1 Kaffeedipfel = große
Kaffeetasse (ca. 300 cm³) griffiges Mehl
1 Kaffeedipfel Milch
1 Ei getrennt (Eischnee
schlagen)
1 Semmel gewürfelt
Alles zu einem Teig verrühren,
den geschlagenen Eischnee unterziehen. 3 Dipfel mit zerlassener
Butter ausstreichen, mit Teig bis ca. 2 cm unter dem Rand füllen. In einen großen Topf so
viel Wasser geben wie die Höhe des Teiges in den Dipfeln, Dipfeln hineinstellen und
25 Minuten zugedeckt kochen. Mit einem Messer
rundherum lockern und stürzen, mit einem Faden
in Scheiben schneiden.
Die Knödel eignen sich gut zum Aufwärmen
und Einfrieren
von Květa Dobřemyslovà,
Sokolov / Falkenau an der Eger

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