Böhmen und    
             mähr...

 

Bayerischer Schülerwettbewerb 2004/05 "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn"

 

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Inhalt:

Vorwort
Organisatorisches 
allgemeine Hinweise 
aktuelle Hinweise
Kontakt
Rückblick 
Karte und Bilder

Der Wettbewerb:
- Altersstufe 1  
- Altersstufe 1 K 
- Altersstufe 2 
- Altersstufe 2 K 
- Altersstufe 3 
- Altersstufe 3 K 
- Altersstufe 4 
- Altersstufe 4 K
Zusatzwettbewerbe: 
- Literatur  
- Musik  
- Kunst

Umsetzung:
- Altersstufe 1
- Altersstufe 2 K
Altersstufe 3 K 1
- Altersstufe 3 K 2

- Musik "Moldau" 
  Literatur:
  
- Vorbemerkungen
 
- deutschsp. Autoren
 
- tschechisc. Autoren

Links:
- Textheft + Wandzei.
- Linkliste
- Früherer Wettbewerb
 
(2002/03)

 

Umsetzung: Altersstufe 3 K

Materialien für die kulinarische Reise und die Rezeptsammlung

In der sudetendeutschen  und tschechischen Küche ist der Einfluss Österreichs spürbar geblieben; umgekehrt stammen viele Gerichte, die wir heute als österreichisch bezeichnen, aus Böhmen und Mähren. Weil die von dort kommenden Köchinnen in der Donaumetropole gesucht waren, verdankt die Wiener Küche ihren Weltruhm zum Teil auch ihnen.

Karlsbader Pumpernickel (Weihnachtsgebäck)
Elbogener Pfefferkuchen (Weihnachtsgebäck)
Egerländer Kleckselkuchen
Hochzeitskuchen aus dem Hultschiner Ländchen
Böhmische Quarkkolatschen
Schlesischer Streuselkuchen
Böhmerwälder Apfelstrudel
Liwanzen
Powidlschnapper
Böhmische Tipfelknödel

Wer von euch im persönlichen Umfeld auf Recherche gehen kann, sollte das unbedingt tun!

Sucht Kontakte und erfragt bei Menschen aus Tschechien, Böhmen, Mähren und Sudeten Schlesien, was sie am liebsten backen, kochen, zubereiten, als typisch für ihre Heimat weitergeben an Kinder und Enkel und was sie ihren Gästen gerne servieren!

Zu jeder Spezialität solltest du ein Städte – oder Landschaftsportrait anfertigen, die Spezialitäten lassen sich in eine kulinarische Landkarte einzeichnen, ein kulinarischer Kalender zu „Böhmen und mähr...“ kann entstehen und vieles mehr. Vielleicht lässt sich ein altes Originalrezept in Großmutters Handschrift auftreiben, ein Interview (im Heimatdialekt) dazu führen und aufzeichnen...

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Bedenkt, dass eine Verköstigung anderen Freude machen kann, sei es am Elternabend, in der Pause, in einem Altersheim, bei einem Schulbazar.

Vergesst nicht, euer Ergebnis und die „Veröffentlichung“ zu dokumentieren und mit einzuschicken!

Einige Beispiele erleichtern dir den Start und regen dich vielleicht an zur Zubereitung der landestypischen und regionalen Spezialitäten zusammen mit Klassenkameraden und Freunden oder mit den Kennern höchstpersönlich ein Backkurs/Kochkurs à la Biolek durchführen.

Weitere Rezepte finden sich auch unter www.tschechien.de

 

Karlsbader Pumpernickel (Weihnachtliche Lebkuchen)

500g Mehl
200g Zucker
200g Zuckerrübensirup
100g Nüsse oder Mandeln (gerieben)
50g Orangeade
50g Zitronat
2 Eier
1 Päckchen Neunerlei Lebkuchengewürz
70g Butter
10g Haushaltsnatron (= 2 Teelöffel)

Zubereitung:
Sirup mit der Butter sanft erwärmen; (etwas abkühlen lassen)
Mehl, Nüsse, Natron, Zitronat und Orangeade gut vermischen; in der Mehlkuhle Zucker und Eier vermischen, den warmen, (nicht heißen) Sirup zugeben und alles mit dem Kochlöffel vermengen; einen Klumpen formen, in die gemehlte Schüssel geben und über Nacht ruhen lassen.
Teig 0,5 - 1 cm dick ausrollen, rund ausstechen (etwa 4 cm Durchmesser), auf Oblaten setzen, bei 175° backen; Umluft: 155°/12 Minuten (kurz nachdem sie schön aufgegangen sind, sind sie fertig)

Glasur: Zitronen- Zuckerguss

von Johanna Buchner, Falkenau an der Eger

 

Elbogener Pfefferkuchen (Sollte Goethe sie schon gekostet haben?

30g Butter
80g Zucker
150g schwarzes Mehl
etwas Zimt
2 EL. Sirup oder Honig
1TL Natron
zum Bestreuen: 50g feingewiegtes Orangeat. Nach Belieben etwas Schokoladenglasur.

Zubereitung:
Butter, Zucker und Ei schaumig rühren, nach und nach die übrigen Zutaten daruntermengen und die Masse auf ein gefettetes Backblech dünn aufstreichen. Mit Orangeat bestreuen und bei Mittelhitze backen. Noch heiß in Streifen oder Quadrate schneiden und beliebig glasieren. Fertig!

 

Egerländer Kleckselkuchen

(für 1-2 Bleche) aufwendig, aber köstlich, gut geeignet für große Familienfeste

Hefeteig:
500g Mehl
35g Hefe
80g Zucker
knapp ¼ l Milch
100g Butter
1 Ei
1 Prise Salz

für den Mohnbelag:
½ l Milch, 1 Prise salz
Schale einer halben Zitrone
50g Gries
300g gemahlener Mohn
150g Zucker
½ Teelöffel Zimt
2 Esslöffel Honig (= 40g)
100g kernlose Rosinen
1 Glas Rum (2cl)

für den Quarkbelag:
250g Speisequark (Topfen/Magerquark)
2 Eigelb
80g Zucker, 1 Pck.
Vanillinzucker

außerdem:
250g Pflaumenmus (eher etwas mehr)
1 Esslöffel Rum
etwas Butter zum Einfette der Bleche
Mehl zum Ausrollen
40g Mandelstifte zum Bestreuen

für die Streusel:
150g Mehl
50g Zucker

100g Butter

Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken, Hefe reinbröckeln und diese mit einem Teelöffel Zucker, etwas lauwarmer Milch und etwas Mehl zu einem Vorteig verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 15 Minuten gehen lassen. Danach den restlichen Zucker, die übrige Milch, das geschmolzene, lauwarme Fett, Ei und Salz zugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig so lange schlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. Zugedeckt noch mal 30 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzweit für den Mohnbelag Milch, Salz und abgeriebene Zitronenschale zum Kochen bringen. Gries einrieseln und bei schwacher Hitze 5 Minuten ausquellen lassen. Vom Herd nehmen, gemahlenen Mohn, Zucker, Honig einrühren. Rosinen mit kochendem Wasser überbrühen, auf einem sieb abtropfen lassen. Rosinen, Zimt und Rum unter die Mohnmasse mischen.

Für den Quarkbelag alle Zutaten verrühren.

Für die Streusel Mehl und Zucker mischen. Fett schmelzen und mit einer Gabel unter die Mehl-Zucker-Mischung rühren.

 

Hochzeitskuchen aus dem Hultschiner Ländchen gehen ganz ähnlich . Sie wurden in großer Anzahl auf runden Blechen gebacken. Von ihnen hieß es:

Tut sich der Duft des Kuchens kund, dann hüpft von weitem schon der Mund!“

 

Böhmische Quark-Kolatschen

Hefeteig:
1000g Mehl
180g Zucker
200g Schmalz
35g Hefe
Zitronenschale
Saft von einer halben Zitrone
2 Eidotter
Hefeteig zubereiten und aufgehen lassen!

Belag:
100g Butter mit 150g Zucker schaumig rühren
nach und nach 3 Eidotter und etwas Zitronenschale zugeben
2 Pakete Schichtkäse (Magerquark) und Schnee von drei Eiklar zugeben

Zubereitung:
Aus dem Hefeteig handtellergroße Kuchen formen
den Kuchenrand etwas hochdrücken, mit verquirltem Ei bestreichen und Kuchenbelag auftragen
mit Mandeln und Pflaumenmus verzieren.

 

Schlesischer Streuselkuchen

für den Boden:
450 g Mehl
30 g Hefe

1/4 l Milch

50 g Butter
50 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz

für die Füllung:
200 g Weiche Butter
200 g Zucker
3 Eier
1 kg Quark
40 g Speisestärke
1 Prise Salz
1 Schale von 1 Zitrone; gerieben

für die Streusel:
350 g Mehl
200 g Zucker
1 Prise Salz
1 Prise gemahlenen Zimt
200 g Butter

für das Backblech:
Butter

Zubereitung:
Die Zutaten reichen für ein ganzes Backblech!
Boden: 
Das Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde hineindrücken. Die Hefe hineinbröckeln und mit der Milch und etwas Mehl zu einem Vorteig verrühren. Zugedeckt 15 Min. gehen lassen. Die Butter zerlassen, mit dem Zucker, dem Ei und dem Salz zum Vorteig geben und mit dem gesamten Mehl zu einem festen Teig schlagen.
Den Teig nochmals 30 Min. gehen lassen.
Quarkfüllung:
Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Die Eier, den Quark, die Speisestärke, das Salz und die Zitronenschale zugeben und alles gut verrühren. Ein Backblech mit Fett bestreichen. Den Hefeteig in Grösse des Backblechs ausrollen, auf das Blech legen und die Quarkfüllung daraufstreichen.
Streusel: 
Das Mehl mit dem Zucker, dem Salz und dem Zimt mischen. Die Butter zerlassen und unter ständigem Rühren tropfenweise zugeben. Den Teig mit den Händen zu Streuseln reiben und auf die Quarkfüllung streuen.
Den Kuchen nochmals 15 Minuten gehen lassen.
Den Backofen auf 210 Grad vorheizen. Den Kuchen ca. 20 - 25 Min. auf der zweiten Schiene von unten goldgelb backen.
Bei 30 Stücken pro Stück etwa 1260 Joule oder 300 Kalorien.

von: C.WULF@TBX.BERLINNET.in-BERLIN.de (Christian Wulf)

 

Böhmerwälder Apfelstrudel

Teig:
300g Mehl
etwas Salz
200g Sahne 

Für die Füllung:
4-6 geschälte Äpfel grob hobeln, mit Zimt, Vanillinzucker und Zucker nach Geschmack mischen und gleichmäßig auf den Teig verteilen.

Zubereitung:
Sahne kurz aufkochen lassen, über das Mehl gießen und fest durchkneten, bis der Teig richtig glatt ist.
Zu einem Rechteck ausrollen, mit Füllung (s.u.) bestreichen und von der kürzeren Seite her etwa 10 cm einschlagen, dann erst die längeren Seiten darauf klappen, so dass sie aneinander stoßen

Backblech mit Fett bestreichen und Strudel darauf legen, bei 200° im Elektroherd hell backen;
während der Backzeit ein- bis zweimal mit Butter bestreichen; noch warm mit Puderzucker bestreuen.

von Maria Wierer, Hammern


  
Maria Wierer beim Backen

 

Dukatenbuchterln (Südmährische Küche - Rezept 140 )

300 g Mehl 
1 Ei
2 Dotter
150 g Margarine
60 g Zucker
20 g Hefe
1/8 l Milch oder etwas mehr
abgeriebene Zitronenschale
Salz
feste Marillenmarmelade
Margarine zum Bestreichen.

Zubereitung:
Aus der Hefe mit etwas Zucker, lauwarmer Milch und Mehl wie üblich ein Dampfel machen und an einem warmen Ort aufgehen lassen. Mehl, Eier, Zucker, Salz und die leicht zerlassene Margarine und dem Dampfel zu einem gut abgeschlagenen Hefeteig verarbeiten, der mittelfest sein muss. Rasten und aufgehen lassen, dann auf einem bemehlten Brett fingerdick auswellen. Mit einem bemehlten Ausstecher etwa 6 cm große runde Scheiben ausstechen, darauf in die Mitte ein 1/3 Kaffeelöffel großes Stückchen Marillenmarmelade legen; die Scheiben zu kleinen Kugeln formen und von allen Seiten mit einem befetteten Pinsel einfetten, damit sie sich nachher gut trennen lassen. In eine gut gefettete Gugelhupfform bis zu drei Viertel der Höhe einschichten. Fest aneinander drücken und mit der „Naht“ nach unten einlegen.

Nach nochmaligen kurzen Aufgehen die Buchteln im halbheißen Rohr etwa eine ¾ bis 1 Stunde goldbraun backen, nach kurzem Abkühlen die Gugelhupfform auf eine runde Platte stürzen. Mit den Fingern etwas auseinandergezogen und gelockert, mit Puderzucker bestreut, stellt diese Mehlspeise eine interessante Abwechslung dar. In kleinen Portionen werden die Buchteln mit Vanillesauce übergossen als Nachtisch oder Hauptmahlzeit gereicht.

Die Dukatenbuchterln können auch auf dem Backblech gebacken werden. Umluft 155 °C, sonst 175°C. 
Backzeit:
30 - 40 Minuten. Statt Marillenmarmelade kann man halbe Marillen aus der Dose nehmen.

von Ewald Siegl, Znaim

 

Liwanzen

Teig:

Vorteig:
1/8 - 1/4 l Milch
40g Hefe
2 Teelöffel Zucker 
Alle Zutaten verrühren und gehen lassen

für den Teig selber:
500g Mehl
gut 1/4l Milch (lauwarm)

1 Ei
3 Esslöffel Zucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Den Vorteig in eine Grube im Mehl geben, mit etwas Mehl verrühren. Ei, Zucker, Milch und Salz zugeben, alles zu einem glatten Teig verrühren (halbflüssig, wie dicker Pfannkuchenteig), den Teig gehen lassen.
Die Liwanzen wie Reibekuchen (etwa handtellergroß, aber fast fingerdick) links und rechts goldgelb backen.

Dazu Zimt-Zucker oder Puderzucker und Kompott oder Apfelmus reichen

von Lydia Pecher, Kohling bei Neudek

 

Powidlschnapper

300g Mehl
20g Hefe
Milch
wenig Zucker
1 Ei (nicht unbedingt)
einen festen Hefeteig bereiten, den gegangenen Teig vierteilen, auf der Hand einen flachen Fladen formen, mit Powidl (= Pflaumenmus) füllen, fest zudrücken. Auf einem bemehlten Brett nochmals gehen lassen und dann mit der Verschlussstelle nach unten auf einem über einen Topf mit kochendem Wasser gespannten Geschirrtuch, mit einer Schüssel bedeckt, im Wasserdampf 20 –30 Minuten garen. Nicht vor Ende der Garzeit öffnen!

Auf einen Teller geben, die Powidlschnapper etwas aufreißen und mit flüssiger Butter, Zucker und Zimt nach Belieben servieren.

Von Lydia Pecher, Kohling bei Neudek

Böhmische Dipfelknödel

1 Kaffeedipfel = große Kaffeetasse (ca. 300 cm³) griffiges Mehl
1 Kaffeedipfel Milch
1 Ei getrennt (Eischnee schlagen)
1 Semmel gewürfelt

Alles zu einem Teig verrühren, den geschlagenen Eischnee unterziehen. 3 Dipfel mit zerlassener Butter ausstreichen, mit Teig bis ca. 2 cm unter dem Rand füllen. In einen großen Topf so viel Wasser geben wie die Höhe des Teiges in den Dipfeln,  Dipfeln hineinstellen und 25 Minuten zugedeckt kochen. Mit einem Messer rundherum lockern und stürzen, mit einem Faden in Scheiben schneiden. 

Die Knödel eignen sich gut zum Aufwärmen und Einfrieren

von Květa Dobřemyslovà, Sokolov / Falkenau an der Eger

 

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