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Bayerischer Schülerwettbewerb 2004/05 "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn" |
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Inhalt: Vorwort Links: |
A) deutschsprachige
Autoren
Organisatorisches: Die Bibliothek des
Haus des Deutschen Ostens/München ist mit 67 000 Bänden zu fast
allen Themen, die die Herkunftsgebiete, (Kultur, Geschichte, Politik) der
vertriebenen Deutschen betreffen, die derzeit größte Spezialbibliothek,
dieser Art in Bayern. Ausleihe für 4 Wochen ist kostenlos, Fernleihe
gegen Portogebühr: Einen großen Bestand hat
auch das Sudetendeutsche Archiv/München: Hilfreich ist auch die
Nachfrage beim Adalbert
Stifter Verein, der von vertriebenen Künstlern und
Wissenschaftlern aus Prag und den Sudetenländern gegründet wurde:
Grundlagen: „Deutsche und Tschechen – Geschichte, Kultur, Politik“, Becksche Reihe 1414, 2001,17.90 €, zweisprachiger Essay Band mit 80 Beiträgen von Deutschen und Tschechen Michelfeit, Christine: „Die Vertreibung der Sudetendeutschen im Spiegel der Literatur“, (Promotion 1994) Kroll, Frank-Lothar (Hrsg.): „Flucht und Vertreibung in der Literatur nach 1945“, Gebr. Mann Verlag, Berlin, 1997, Maidl, Vaclav (Hrg): „Deutschsprachiger Erzähler aus dem Böhmerwald“, Sammelband, 445 Seiten, Stutz, Passau, 2002, ISBN: 3888490294 Serke, Jürgen:
„Böhmische Dörfer. Wanderungen durch eine verlassenen literarische
Landschaft“, 1997,dt. Ausgabe nur noch antiquarisch vorhanden, tsch.
Ausgabe: Serke, Jürgen: „Böhmische Dörfer. Putovani
opustenou literarni krajinou“, Praha 2001, Triada Besprechungen zahlreicher Werke in „Sudetenland. Europäische Kulturzeitschrift. Böhmen, Mähren, Schlesien“, Vierteljahresschrift, Gesellschaft zur Förderung Ostmitteleuropäischen Schrifttums e.V., Dresdner Str.70, 73730 Esslingen, Tel./Fax: 07 11 31 27 17 „Kulturpolitische Korrespondenz“, Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, Kaiserstr.113, 53113 Bonn, Tel.: 0228/213766; Fax: 0228/215518 (evtl. Ansprechpartner: Ute Flögel, Jörg Bernhard Bilke) Deutschsprachige Autoren:einzelne Autoren exemplarisch etwas ausführlicherWulffen, Barbara von: „Urnen voll Honig, Böhmen – Aufbruch in eine verlorene Zeit“, S. Fischer Verlag Frankfurt a. Main 1989. Dr.
Barbara von Wulffen, Holub,
Josef:
Ein erstaunliches, bezauberndes, poetisches
Buch, das bald nach seinem Erscheinen mehrere Preise erhielt, in die
Auswahl-liste zum Deutschen Jugendbuchpreis kam, ins Italienische und
Niederländische übersetzt wurde. Erstaunlich auch der Autor. Der 1926 in
Neuern, Böhmerwald, Geborene bezeichnet sich selbst nicht als
Schriftsteller, sondern gibt als "ausgeübte Berufe" unter
anderem "Schmuggler, Ziegelarbeiter, Briefträ-ger, Schalterbeamter,
Amtsvorsteher, Oberamtsrat, Diplomver-waltungswirt" an. (Im Klartext
heißt das: bedingt durch Krieg, Gefangenschaft und Vertreibung verlief
sein Lebensweg nicht immer so glatt, wie die Angehörigen glücklicherer
Generationen es gewohnt sind.) Den "Roten Nepomuk" hat er 1993
veröffent-licht. Trotzdem ist daran nichts von Pensionisten-, Feierabend-
oder Nostalgieprosa. Die Geschichte ist schlank und spannend, die
Charaktere sind rund und farbig, die Landschaft ersteht ohne langatmige
Schilderungen, die Sprache, obwohl sie zuwei-len den Klang eines heute
verlorenen Dialekts schwermütig auf-klingen lässt, ist von heute und
unsentimental. Und Holub hat inzwischen bewiesen, dass der
"Rote Nepomuk" kein einmaliger Glückstreffer war. "Bonifaz
und der Räuber Knapp", erschienen 1996, berichtet von einem
Waisenjungen, den es im Jahre 1867 in ein gottverlassenes Dorf auf der
Schwäbi-schen Alb verschlägt. Bei der Arbeit im Archiv seines heutigen
Wohnorts, Großerlach in Württemberg, erzählt Holub, sei ihm
aufgefallen, dass wir von dieser gar nicht so weit zurücklie-genden Zeit,
von der Härte ihrer Lebensbedingungen, so gut wie nichts wissen. Er habe
versucht, mit seinen Kindern und Enkeln darüber zu reden, und dann, als
er zunächst wenig Interesse erweckte, habe er diese Geschichte
geschrieben. Auch sie ist bereits ins Niederländische übersetzt, wurde
zum "Buch das Monats" gewählt und erhielt den Zürcher
Kinderbuchpreis "La Vache Qui Lit". Anfang 1997 erschien Holubs drittes Buch
"Lausige Zeiten". In ihm kehrt er nach Böhmen und zu einer
zumindest teilweise au-tobiographischen Schreibweise zurück. Josef, der
Pepitschek aus dem "Roten Nepomuk", ist 1940 vierzehn Jahre alt
und wird in eine "Lehrerbildungsanstalt" geschickt, eine
Kaderschmiede mit Internat, in der unter dem Regime eines Schulleiters in
Bannführeruniform die schwarze Pädagogik der Nationalsoziali-sten in
Reinkultur herrscht. Das klingt düster. Und in der Tat sind es
ja nicht nur "lausi-ge", es sind wahrhaft finstere Zeiten, in
denen Holubs Geschichten spielen. Aber die Finsternis wird aufgehellt
durch das, was Holub als Autor wie als Mensch auszeichnet: Humor und
Menschlichkeit, Mitgefühl mit den Unterdrückten, die nicht aufhören,
sich zu wehren, durch die spitzbübische, aufmüpfige Ironie, mit der er
allem entgegentritt, was sich aufplustert, was dumm, laut, niederträchtig
und gewalttätig ist. Aufgehellt auch durch den Glanz seiner Erzählkunst.
Herbert Schmidt
Fussenegger, Gertrud: "Das Haus der dunklen Krüge" Die
„Dunklen Krüge“ galten schon bald nach ihrem Erscheinen 1951 als so
etwas wie die „böhmischen Buddenbrooks“. Fussenegger schildert darin
Erstarrung und Verfall einer böhmischen Familie, deren Reichtum sich
einem ökonomischen Glücksfall verdankt: der Bierbrauerei in Pilsen. Doch
so wie im verborgenen Keller des Stammhauses der Familie Bourdanin die zufällig
entdeckten Krüge verrotten, so sehr verkommt auch der bürgerliche
Ehrbegriff bei den Familienmitgliedern. Die Seelen sind schal geworden,
die Entfremdung zwischen den Geschlechtern kann nicht mehr zugedeckt
werden. Aus:
Das große Glück des Schreibens
Herzogenberg,
Johanna
von : „Bilderbogen – Aus meinem Leben“,
Oldenburg Verlag München 1999 "Einen
Beitrag zur Sozialgeschichte vertriebener Eliten" nennt
Ferdinand Seibt in seinem Vorwort diese Autobiographie: Johanna von
Herzogenberg, geb. 1921 auf Schloß Sychrov (Böhmen), wuchs
zweisprachig im Kreise einer weitverzweigten "Cousinage"
auf. Sie promovierte 1943 an der Prager Karlsuniversität
(Kunstgeschichte, Germanistik). 1946, nach Lager und Zwangsarbeit,
wurde die Familie ausgewiesen und siedelte sich in Bayern an. Nach
Lehr- und Wanderjahren in ihrer neuen Heimat, im Rheinland und in
Frankreich wurde Johanna von H. 1952 Geschäftsführerin des
Adalbert Stifter Vereins in München, des Kulturinstituts der aus
der Tschechoslowakei vertriebenen Deutschen. In Vorträgen,
Rundfunksendungen, Vorlesungen in Eichstätt, München und Lublin,
erfolgreichen Büchern, u.a. dem bekannten Kulturführer
"Prag", Ausstellungen ("Karl IV.", "Emil
Orlik", ...), bei der Gründung des Ostdeutschen Museums in
Regensburg, hat Johanna von Herzogenberg dazu beigetragen, daß
trotz des Eisernen Vorhangs Osteuropa als Teil des Europäischen
Kulturraums in unserem Bewußtsein gegenwärtig blieb. Diese vielfältigen
Tätigkeiten schildert sie in einem farbigen Bilderbogen in
eindrucksvoll lebendiger Sprache. Klostermann, Karel: “Die Erben des Böhmerwaldparadieses“; „Böhmerwaldskizzen“; “Der Herr Professor“; „Der Sohn des Freirichters“, u.a. Kommenda-Soentgerath, Olly: „Im Schatten Prags“; (Lyrikerin, Übersetzungen von Jaroslav Seiffert) Rainerova, Lenka: „Mandelduft“.1998 Rainerova,
Lenka:
„Traumcafé
einer Pragerin“
Rollmann,
Gerhard: „Der verfehlte Weg“. Antikriegsroman. Geschichte einer
Familie von 1880 bis 1945
Literatur Nachgeborener: Enkelgeneration Vertriebener: Allgemein: Leipziger Buchmesse 03 (vgl. Spiegel 12/03 „Die Enkel wollen es wissen:“ Jirgl, Reinhard: „Die Unvollendeten“, Roman, Carl Hanser Verlag, München;256 S.,19.90 €, (Jg. 1953) Bernig, Jörg: „Niemandszeit“, Roman, Dt. Verlagsanstalt München, 2002, 288 S., 19.90 €, (Jg 1964) Englberger, Thomas: „Kapellmeister Zechas Heimkehr“, Musikalische Familiensaga, 1996, Selbstverlag: Zwinglistr.9, Ch-9000 St. Gallen, (Jg 66) Kunze,
Monika: „ Zuhause ist anderswo“, Tatsachenroman, Verlag Andreas Peter
Guben, Tel./Fax: 03561/551304; 221 Seiten, 2003, (Jg 1944) Lechner, Christiane: „Gesucht: Böhmen“, Essay, in „Sudetenland“*, 4/2001, (Jg nach 1945) Teuschl, Rainer: „West Wind Zone“, Lyrikband, Lichtung Verlag, Viechtach, 2002, (Übers. ins Französische 1996: „Zone de Vent d’Ouest“ durch Rüdiger Fischer), (Jg1967), Wietersheim Hucker, Stefanie von: „Das Heimat-Puzzle“, in „Heimat ist Zukunft“, WDR 5, s.u. und Suddt. Zeitung, 1.10.99, (Jg 1970) Ziesche, Günther, G.: „Die Eichenfrau“, Roman, Frühjahr 2004, (Jg. 1956) Kind bei der Vertreibung:Engelmann, Isa: „Blauer Flieder. Wiedersehen in Böhmen“, Langen Müller Verlag, München, 2000, 223 S., (Jg 1936) Fritsch, Hugo:
„Hugo das Delegationskind“, „hufi“-Buchversand, Postfach 1102,
83076 Oberausdorf, Tel/Fax: 05373/62271, mail: delegationskind@aon.at Härtling, Peter: „Eine Frau“, „Zwettl“, „Nachgetragene Liebe“ Kraus, Margarethe: „Himmel über Pichlern“.....(Jg 1942) Kunze, Monika: „Zu Hause ist anderswo“ (2003) Pedretti, Erica: „ Das Kuckuckskind“, Suhrkamp, 1998, 18,80 € Pedretti, Erica: „“Engste Heimat“, Suhrkamp, Tb, 2002, 8 € Schwarz, Anneliese: „Wir werden uns wiederfinden. Eine Kindheit zwischen 1944 und 1950“, (Jg 38); ISBN 3-935284-51-9; tschech Ausgabe: albis international, ISBN 80-86067-74-2 Unger, Helga: „Frau Sanders Träume“ (2001), München, Verlag Sankt Michaelsbund Van Deun, Uta: „Lebenszeiten“, 2003, Niederlandverlag, 5 € (Jg 1942) Van Deun, Uta: Essays: „Wo bin ich zu Hause?“, „Angekommen?“, „Zorn, Schmerz und Heimweh“, „Es war als kehrte ich heim“...
Weitere Autoren des 20. Jahrhunderts: Brod, Max Fühmann, Franz. „Böhmen am Meer“ (1962) Herr, Bruno: „Nacht über Sudeten“ Kafka, Franz Kisch, Egon Erwin Klostermann, Karel Meyrink, Gustav Mühlberger, Josef Pausewang, Gudrun Perutz, Leo Preußler,
Otfried
Rilke, Rainer Maria Schmidt-Kaspar, Herbert: „Wie Rauch vor starken Winden“ Schober, Herbert: „Jenseits der Grenze“ Strobach, Caroline Friedericke: „Das Licht im Fenster“ Strohschneider, Gottfried: „In ordnungsgemäßer und humaner Weise“ Tielsch, Ilse: „Die Ahnenpyramide“ (1980), „Heimatsuchen“ (1982), „Die Früchte der Tränen“ (1988), „Erinnerung mit Bäumen“ (1979), „“Die Zerstörung der Bilder – Unsentimentale Reise nach Böhmen und Mähren“ (1991) Werfel, Franz Wintersteiner, Marianne: „Bezaubernde Felicitas“
Zusammenstellung: Elke Pecher im Dezember 2004
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