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Bayerischer Schülerwettbewerb 2004/05 "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn"

 

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Inhalt:

Vorwort
Organisatorisches 
allgemeine Hinweise 
aktuelle Hinweise
Kontakt
Rückblick 
Karte und Bilder

Der Wettbewerb:
- Altersstufe 1  
- Altersstufe 1 K 
- Altersstufe 2 
- Altersstufe 2 K 
- Altersstufe 3 
- Altersstufe 3 K 
- Altersstufe 4 
- Altersstufe 4 K
Zusatzwettbewerbe: 
- Literatur  
- Musik  
- Kunst

Umsetzung:
- Altersstufe 1

Altersstufe 2 K 
- Altersstufe
3 K 1 
- Altersstufe 3 K 2
- Musik "Moldau" 
  Literatur:
  
- Vorbemerkungen
 
- deutschsp. Autoren
 
- tschechisc. Autoren

Links:
- Textheft + Wandzei.
- Linkliste
- Früherer Wettbewerb
 
(2002/03)

 

 

Umsetzung: Kreativwettbewerb Altersstufe 2

   
Straßennamen erzählen Geschichte(n)

Überall findet man Straßen, die nach mehr oder weniger bedeutenden Persönlichkeiten benannt sind. Hinter jedem dieser Namen versteckt sich auch eine Geschichte, die sich aus zahlreichen Erinnerungszeichen zusammensetzt. Aufgabe des diesjährigen Wettbewerbs ist es, die Geschichte oder die Geschichten zu erkunden, die Straßennamen erzählen. 

Da gibt es beispielsweise eine Klara-Wildmoser-Straße.
  • Wer war diese Klara Wildmoser? …

  • Wann wurde sie geboren, wann starb sie?

  • Wer waren ihre Eltern, ihre Geschwister, ihre Weggefährten?

  • Wie war ihr Werdegang?

  • Was hat sie geleistet, dass nach ihr eine Straße benannt wurde?

  • Welche Zeitumstände haben sie geprägt?

  • In welcher Weise hat sie ihre Umwelt beeinflusst?

  • Wann und mit welcher Begründung wurde eine Straße nach ihr benannt?

  • Gab es Gegner dieser Ehrung?

  • Welche Erinnerungszeichen außer dem Straßennamen existieren heute noch?

  • Welchen Bekanntheitsgrad hat sie heute noch vor Ort?

  • Inwiefern ist sie oder ihr Werk für uns heute noch von Bedeutung?

Geht den Erinnerungszeichen nach, die außer dem Straßenschild übriggeblieben sind. Ihr findet Hinweise und Spuren in Büchern und alten Zeitungen, in Archiven und Museen, in der Erinnerung von Menschen, die Klara Wildmoser vielleicht noch gekannt haben, in Ihrem Geburtshaus, an ihrem Grab ...

In fast jedem Dorf und jeder Stadt Bayerns finden wir in den Straßennamen Hinweise auf Frauen und Männer, deren Leben und Werk interessant, kurios oder sogar bedeutend war.  … Straßennamen verweisen auf Geistliche und Bürger, auf Adlige und Bauern, auf Feldherrn und Widerstandskämpfer, Unternehmer und Gewerkschaftsführer. Manche sind heute noch bekannt, viele aber bereits vergessen. Ihr könnt sie wieder entdecken und ihre Lebensgeschichte neu erzählen.

 

Erinnerungszeichen finden

Wenn du aufmerksam durch deinen Heimat- oder Schulort gehst und die Straßenschilder betrachtest, so wirst du immer wieder auf Namen stoßen, die dir erst einmal wenig oder gar nichts sagen. An dieser Stelle könnte deine Erkundungen beginnen.

Viele der Frauen und Männer, deren Namen wir auf Straßenschildern finden, haben auch noch andere Spuren hinterlassen:

  • In ihren Werken,

  • an ihren Wirkungsstätten,

  • in den Erinnerungen der Zeitgenossen,

  • in amtlichen Notizen und Zeugnissen,

  • in Stiftungen

  • und vielem mehr.

All diesen Erinnerungszeichen kann man nachgehen und versuchen, Namen, denen man vielleicht täglich begegnet, eine Geschichte zu geben. Hilfen bei der Spurensuche bieten Ortschroniken und Stadtgeschichten, Lexika und vielleicht das Internet
Deine Lehrer und Lehrerinnen, Archivare, Museumsleiter, Orts- und Kreisheimatpfleger sowie Mitglieder von Heimatvereinen helfen dir sicherlich gern dabei. Vielleicht lebt auch noch jemand, der dein "Forschungsobjekt" gekannt hat.


Genauso spannend wie das Nachforschen selbst kann dann die Präsentation deiner Ergebnisse werden:

  • Du kannst beispielsweise einen Artikel für die Lokalzeitung oder den Jahresbericht deiner Schule schreiben,

  • du kannst mit deiner Klasse eine Ausstellung vorbereiten,

  • für andere Schüler ein Suchspiel "Auf den Spuren von..." zusammenstellen,

  • dich deinem Straßennamen in künstlerischer Form nähern, 

  • einen Videofilm drehen

  • oder die Forschungsergebnisse multimedial umsetzen.

Wichtige Tipps und Hinweise, wie ihr bei eurer Arbeit am besten vorgeht …

Wie bei jeder Forschungsarbeit empfiehlt es sich auch für euch, bestimmte Arbeitsschritte zu beachten. Dies hilft, manchen Irrweg und manche Enttäuschung zu vermeiden.

 

Thema suchen - Diskutieren, stöbern, schauen und nachfragen

  • Straßennamen suchen

  • Thema finden

  • Experten befragen

  • Vorrecherchen durchführen

  • Thema endgültig festlegen

Nur selten wird euch sofort einfallen, was zu einem der vorgegebenen Themenbereich erforscht werden könnte. Meist werdet ihr euch gründliche Gedanken darüber machen müssen, welche Spuren die Personen und geschichtlichen Ereignisse in der näheren Umgebung hinterlassen haben. Ein guter Weg ist es, in der Klasse oder in der Arbeitsgruppe alle Einfälle zu dem gewählten Themenbereich zu notieren. Anregungen kann man auch aus der Durchsicht lokalgeschichtlicher Bücher und beim Durchstreifen der Gegend gewinnen. Sucht ihr mit offenen Augen nach Zeugnissen der Geschichte, werden euch vielleicht Dinge und Zusammenhänge auffallen, an denen ihr bisher achtlos vorübergegangen seid. Experten wie Lehrerinnen, Lehrer, Mitglieder eines Geschichtsvereins, Heimatpfleger oder Zeitzeugen können weiterhelfen. Bei ihnen solltet ihr Rat und Hilfe suchen. Wenn ein Thema gefunden wurde, heißt es nicht sofort: „Mit voller Kraft voraus!“ Einer erfolgreichen Bearbeitung können vielerlei Hindernisse entgegenstehen: Das Thema erweist sich als zu umfangreich, Quellen und Materialien sind nicht vorhanden oder nicht zugänglich, entsprechende Zeitzeugen stehen nicht zur Verfügung usw. Durch eine Vorrecherche muss das Thema abgeklopft und ausgelotet werden. Erst dann kann die endgültige Entscheidung getroffen werden, ob eine Bearbeitung mit berechtigter Aussicht auf Erfolg begonnen werden kann.

 

Arbeit planen - Termine, Arbeitsschritte, Aufgabenverteilung, Hilfen

  • Arbeitsschritte planen

  • Arbeitsplan erstellen

  • Aufgaben verteilen

Für eine Spurensuche und die entsprechende Darstellung der Ergebnisse braucht man Zeit. Schule und Hobbies müssen berücksichtigt werden. Planung ist also ganz wichtig. Falls ihr in einer Gruppe arbeitet, müssen Aufgabenbereiche festgelegt, Ziele gesteckt und Besprechungstermine eingeplant werden. Günstig ist es auch, eine Betreuungsperson (z.B. eine Lehrkraft) zu gewinnen, die hilft, wenn ihr in eine Sackgasse geraten seid, und die euch berät. Hilfestellung leisten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Museen, Bibliotheken, Archiven und Geschichtsvereinen.

 

Recherchieren - Material und Informationen sammeln

  • Informationsquellen aufspüren und nutzen

  • Informationen korrekt erfassen

Dieser und der nächste Arbeitsschritt lassen sich mit der Arbeit eines Detektivs vergleichen. Das Suchen nach Spuren und Informationen kann an vielen Orten erfolgreich sein: zum Beispiel in Bibliotheken, Archiven, Behörden (Standesamt), heimatgeschichtlichen Sammlungen, Museen, Ausstellungen, im Internet, Familienalbum,  oder bei Geschichtsvereinen. Es gehört auch Fantasie dazu, die vielfältigen Quellen aufzuspüren, die Informationen über Vergangenes enthalten, zum Beispiel Bücher, Zeitungen, Akten, Sachzeugnisse (Denkmäler, Gedenktafeln, Bauwerke etc.), Bilder, Fotos, Filme. Wichtig ist es, sich alle Fundstellen genau zu notieren und die Informationen korrekt zu erfassen.

 

Materialien und Informationen auswerten - Auf die Fragen kommt es an

  • Ergiebige Fragen stellen

  • Ergebnisse deuten und prüfen

Die entdeckten Quellen geben ihre Informationen nicht gleich preis. Mit den richtigen Fragen müssen den „stummen“ Zeugnissen der Vergangenheit Informationen entlockt werden. Manche Antworten werden auch neue Fragen mit sich bringen. Die gewonnenen Aussagen müssen interpretiert und an den Ergebnissen anderer Forschungen überprüft werden. So entsteht in Laufe eurer Arbeit ein immer geschlosseneres Bild der Vergangenheit.

 

Darstellung und Dokumentation - Ergebnisse ansprechend präsentieren

  • Geeignete Form für die Dokumentation suchen

  • Ergebnisse überzeugend präsentieren

Nicht erst am Ende der Arbeit solltet ihr beginnen, euch Gedanken über die Darstellung der Ergebnisse zu machen. Wisst ihr nämlich schon beizeiten, wie ihr das Ergebnis präsentieren wollt, so könnt ihr während eurer Nachforschungen schon gezielt auch Material hierfür sammeln. Als mögliche Formen der Darstellung stehen zur Verfügung: schriftliche Arbeit - Fotodokumentation - Videofilm - Hörspiel (z.B. aus Zeitzeugeninterviews) - Collage aus Text und Bild - Ausstellung - Modell (z.B. Rekonstruktion eines Bauwerks) - Präsentation auf Diskette oder CD-ROM (etwa ein historisches Spiel) - Internetseiten auf dem Schulrechner und auf Diskette oder CD-Rom. Je nach dem, welche Form ihr wählt, müsst ihr Material sammeln. Die geleistete Arbeit kommt nur dann richtig zur Geltung, wenn sie durch optischen Eindruck, Aufbau und Inhalt überzeugt. Wichtig sind in diesem Zusammenhang:
- ansprechender Titel,
- gelungene Gestaltung (Layout, Qualität der Abbildungen),
- klare Gliederung,
- überlegte Materialauswahl,
- angemessene Sprache,
- korrektes Zitieren und Belegen.

 

Reflektieren - Nachdenken über das Vorgehen und das Ergebnis

  • Arbeitstagebuch führen

  • Arbeitsbericht anfertigen

Nicht erst beim Abschluss der Arbeit solltet ihr euch über die angestrebten Ziele, die beschrittenen Wege und die erzielten Ergebnisse Rechenschaft ablegen. Dabei kann ein Arbeitstagebuch helfen, in dem alle Arbeitsschritte festgehalten werden. Die Auswertung in Form eines Arbeitsberichts sollte deutlich machen, welche Erkenntnisse gewonnen wurden und welche Wege günstig und ertragreich waren. Gleichermaßen sollte aber auch dargelegt und begründet werden, welche Probleme nicht gelöst, welche Fragen nicht beantwortet und welche Ziele nicht erreicht werden konnten. Das klare Aufzeigen noch offen gebliebener Fragen mindert nicht den Wert eurer Arbeit, im Gegenteil!