Böhmen und    
             mähr...

 

Bayerischer Schülerwettbewerb 2004/05 "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn"

 

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Inhalt:

Vorwort
Organisatorisches 
allgemeine Hinweise 
aktuelle Hinweise
Kontakt
Rückblick 
Karte und Bilder

Der Wettbewerb:
- Altersstufe 1  
- Altersstufe 1 K 
- Altersstufe 2 
- Altersstufe 2 K 
- Altersstufe 3 
- Altersstufe 3 K 
- Altersstufe 4 
- Altersstufe 4 K
Zusatzwettbewerbe: 
- Literatur  
- Musik  
- Kunst

Umsetzung:
- Altersstufe 1
- Altersstufe 2 K
- Altersstufe 3 K 1 
- Altersstufe 3 K 2
- Musik "Moldau"
 
Literatur:
   Vorbemerkungen
 
- deutschsp. Autoren
 
- tschechisc. Autoren

Links:
- Textheft + Wandzei.
- Linkliste
- Früherer Wettbewerb
 
(2002/03)

 

Umsetzung: Zusatzwettbewerb Literatur

I. Vorbemerkung

Literatur besitzt immer noch die Fähigkeit, Botschaften zu transportieren, die vielfach erst später konsensfähig werden.

(Ivo Bock, Literaturwissenschaftler der Universität Bremen, sinngemäß in Zeitschrift „Osteuropa“, Nr.1/2003)

Für den Literaturwettbewerb können Beiträge aus dem Bereich des kreativen Schreibens (s. u.) gemäß der Vorschlagsliste auf dem Wettbewerbsbogen angefertigt werden.

Ältere Schüler wählen vielleicht lieber (Fach-) Arbeiten zu Autoren des böhmisch-mährisch-schlesischen Raumes, zu einem ihrer Werke, zu ihrer Biographie, stellen Motivvergleiche an, setzen einen Werkausschnitt szenisch um und halten eine „szenische Lesung“, erstellen ein Feature oder Kurzhörspiel, wie sie in den Medien informierend und unterhaltend Verwendung finden, etc.

Die Auswahlbibliographie zum Bereich Literatur (s.u.) kann die Suche nach einem geeigneten Werk erleichtern. Sie soll nach und nach auf dieser Seite erweitert werden, erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, maßt sich keine Wertung an und stellt das 20. Jhd. in den Vordergrund. Nur der Einfachheit und Übersicht halber sind tschechischsprachige und deutschsprachige Autoren aus dem böhmisch-mährisch-schlesischen Raum in getrennten Listen aufgeführt. Einzelne Werke existieren in jeweiliger Übersetzung in die andere Sprache.

Zur Literaturgeschichtsschreibung nach territorialen statt sprachnationalen Gesichtspunkten vgl.:

Hohmeyer, Andrea, Dr.: “’Böhmischen Volkes Weisen’. Die Darstellung der deutschsprachigen Dichtung in den böhmischen Ländern der Jahre 1895 bis 1945. Probleme und Perspektiven territorialer Literaturgeschichtsschreibung in Mitteleuropa“. Erträge Böhmisch-Mährischer Forschungen, Bd.4, 2002, LIT Verlag Münster)

Verwiesen sei auch auf die Texte und Empfehlungen im letzten Wettbewerb (vgl. Unterrichtsbeispiele III: Beziehung der Vertriebenen zu ihren Heimatgebieten, Textsammlung)
unter Links: früherer Wettbewerb.

 

II. Aktuell:

200. Geburtstag Adalbert Stifters im Jahr 2005
Vilsmeiers Film „Bergkristall  - Adalbert Stifters Erzählung „Bergkristall“ – ein Vergleich

Josef Mühlbergers 20. Todestag
Mühlberger, Josef: „Die Knaben und der Fluß“. Inselbücherei, ISBN 3-458-08581-5
Zu Mühlberger:
Lange-Greve, Susanne: „Leben an Grenzen“. Einhorn-Verlag, ISBN 3-927654-97-3
Stroheker, Tina: „Vermessung einer Distanz. Aufzeichnungen in der Umgebung Josef Mühlbergers“. Eislinger Kunstverein, ISBN 3-929947-31-5

 

III. Umsetzung des Literaturwettbewerbs

Textproduktion                                   Motivationstexte                                  Anregungen

 

Zu L3:            „Ein altes Haus erzählt“

Zuerst stellt sich die Frage nach der Idee, den Personen und dem, was sie erleben, durchmachen, worüber sie sich freuen, was sie lernen und schließlich auch, was der Leser deines/Ihres Textes (verschlüsselt, über Bilder, Vergleiche, Symbole, Metaphern...) fühlen, erkennen, nacherleben....soll/könnte. Welche Botschaft kann dein/Ihr Text entfalten?

So oder so ähnlich ließe sich beginnen...

Das alte Haus in Böhmen, Gertrud Fussenegger
Das Haus meiner Großeltern war ein gewöhnliches, steinernes Haus unter vielen seinesgleichen in einer der vielen grauen rechtwinkligen Straßen der Stadt. Aber für mich war es der wunderbarste Ort der Welt ...
Und wieder waren viele Jahre vergangen, ich hatte selbst ein Kind, und es war wieder Krieg und wieder war ich in dem alten Haus, nur für ein paar Tage, denn es drängte die Zeit, es drängte in ihr die Unruhe, Unsicherheit und die Furcht vor kommenden, noch dunkleren Tagen. Nicht mehr erschallte aus dem Nachbarhaus das sanfte Retraite, sondern der heulende Ton der Sirenen lag bereits in den Lüften und fand uns am Sprung zur Flucht in Bunker, in Keller...
Ich wusste damals, dass, wenn ich am anderen Morgen fortfuhr, ich niemals wiederkehren werde, niemals, oder nur nach einer unausdenklichen Summe von Schicksalen, die aber so weit und ungewiss sind wie das hohe Meer...
Aus: „Der leuchtende Bogen“, Bogen – Verlag GmbH, München – Stuttgart 1961)

 

Zu L2: „Märchen der Versöhnung“ (vgl. L3 – Zuerst...)

Der Mantel, Petr Chudozilov

Seit jeher weilte auf dem Dachboden unseres Hauses ein zerrissener Mantel. Er verhielt sich ruhig, bedächtig und besonnen. Er hing da, und manchmal, wenn ein Windstoß zwischen den Balken hindurchfuhr, wiegte er sich ein bisschen in der Luft. Er war von Staubschichten bedeckt, die Tauben hatten ihn mit ihrem Kot beschmutzt, die gute Laune hatte er jedoch nie verloren. Der altmodische Schnitt verriet, dass er ein unglaublich betagter Bursche sein musste. Hätte er einen Schnurrbart gehabt, hätte er ihn sicher wie der Kaiser zwirbeln lassen.

Ich bewunderte ihn schon als Kind; seine zuverlässige Reglosigkeit in einer Welt, die sich ständig veränderte, behagte mir.

Gelegentlich ging ich ihm die Ehre erweisen, zum Beispiel, wenn die Mutter auf dem Dachboden die gewaschene Wäsche aufhängte. Nach unauffälligen, kaum wahrnehmbaren Signalen zu urteilen, mochte der Mantel meine Besuche. Manchmal  bewegte er seine deckflügelähnlichen Schöße, ein andermal hob sich sogar unendlich langsam der Kragen

Sobald ich groß genug war, dass ich zu ihm hinaufreichte, durchsuchte ich seine Taschen und sein Inneres...
Aus: Petr Chudozilov: Zu viele Engel. 19 absolut wahre Geschichten.
Farb. illustr. von Reinhard Michl. Hanser, Carl 1994

 

Zu L4 und L5: „Die Prager Brückenheiligen zu Besuch in Regensburg“ und „Eine verrückte Geschichte....“

Denkbar sind Fantasieerzählung, Feature, Feuilleton, Reportage, Detektivgeschichte (Spurensuche/Zeitreise zu geschichtlich verbürgten Ereignissen und Personen), Sciencefiction.... mit realen Gegebenheiten, natürlich auch ganz real und ernstgemeinte Facharbeiten zu wechselseitigen Beziehungen zwischen Orten.

Weitere Vorschläge:

  • Zeitreise rückwärts auf dem Weg des hl. Gunther; Handelwege, Steige

  • Brückenfiguren treiben Schabernack in der Donaustadt

  • Brückenvergleich

  • Nepomuk trifft Nepomuk (z.B. in der Alten Kapelle)

  • Entdeckung der Stadt Regensburg auch als die Patenstadt der Sudetendeutschen

  • Wolfgangs Weg nach Prag

 

IV. Auswahlbibliographie für Facharbeiten und andere Wettbewerbsbeiträge im Bereich Literatur

A) Auswahl deutschsprachiger Autoren

B) Auswahl tschechischsprachiger Autoren

Zusammenstellung: Elke Pecher im Dezember 2004