Böhmen und    
             mähr...

 

Bayerischer Schülerwettbewerb 2004/05 "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn"

 

 

 

beste Darstellung: 1024 x 768 Pixel

Inhalt:

Vorwort
Organisatorisches 
allgemeine Hinweise 
aktuelle Hinweise
Kontakt 
Rückblick 
Karte und Bilder
Der Wettbewerb: 
Altersstufe 1    
- Altersstufe 1 K 
- Altersstufe 2 
- Altersstufe 2 K 
- Altersstufe 3 
- Altersstufe 3 K 
- Altersstufe 4 
- Altersstufe 4 K
Zusatzwettbewerbe:
- Literatur 
- Musik 
- Kunst

Umsetzung:
- Altersstufe 1
- Altersstufe 2 K
 
- Altersstufe 3 K 1 
- Altersstufe 3 K 2
- Musik "Moldau" 
  Literatur:
  
- Vorbemerkungen
 
- deutschsp. Autoren
 
- tschechisc. Autoren

Links:
- Textheft + Wandzei.
- Linkliste
- Früherer Wettbewerb
 
(2002/03)

 

Der Wettbewerb:  Altersstufe 1
der Jahrgangsstufen 3 - 5

Wie der Räuber Hotzenplotz zu seinem Namen kam

„Hallo! Du hast mich bestimmt sofort erkannt! Richtig! Ich bin der allseits gefürchtete Räuber Hotzenplotz! Meine Abenteuer mit Kasperl und Seppel sind vielen jungen Lesern auf der ganzen Welt bekannt. Wie ich aber zu meinem Namen kam, wissen allerdings die wenigsten. Nun, das hat vor allem mit meinem Schöpfer, einem berühmten Kinderbuchautor, zu tun.“

1. Wie heißt dieser Kinderbuchautor? (Vor- und Nachname)

„Hotzenplotz ist in Wirklichkeit ein kleiner Ort im Nordosten der Tschechischen Republik. Auf Tschechisch heißt er Osoblaha. Die Tschechische Republik? Wo liegt die überhaupt?“

2. Male in der Europakarte (auf dem Antwortbogen) Deutschland mit roter Farbe,
die Tschechische Republik mit grüner Farbe  aus!


3. Wie heißt die Hauptstadt der Tschechischen Republik?

Warum wählte Herr Preußler aber ausgerechnet diesen Namen für mich? Ist Herr Preußler etwa Tscheche? Nein, Herr Preußler ist kein Tscheche, aber er lebte in seiner Kindheit und Jugend, so wie über drei Millionen andere Deutsche, in diesem Land.“

4. Wie heißen die Deutschen, die bis vor etwa sechzig Jahren in den Randgebieten der Tschechischen Republik lebten? Lass dir zur Beantwortung dieser Frage von deinen Eltern oder Großeltern oder aber von deiner Lehrerin oder deinem Lehrer helfen!

5. Wie viele Einwohner hat die Tschechische Republik? (Auf Millionen gerundet)
Schau zur Beantwortung dieser Frage in einem Lexikon nach!

„Herr Preußler wurde am 20. Oktober 1923 in Liberec geboren.“

6. Wie heißt diese Stadt auf Deutsch? Sieh dir die Karte auf der letzten Seite dieses Heftes
einmal ganz genau an, dann findest du die Antwort!

„Herr Preußler liebt dieses Land und die Geschichten über dieses Land, die ihm von seiner Oma Dora erzählt wurden. Na, und deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er mir den Namen eines Ortes in seiner Heimat gab: Hotzenplotz! Ein ziemlich witziger Name noch dazu. Findest du nicht auch?

Besonders gefallen Herrn Preußler die volkstümlichen Erzählungen, Märchen und Sagen aus seiner Heimat. Sie dienten ihm als Vorbild für viele seiner weiteren Märchengestalten. Eine dieser Sagen möchte ich dir hier erzählen:

Sage von den Wassermännern

Als es in Böhmen und Mähren [das sind die zwei größten Landesteile der Tschechischen Republik] noch viele umfangreiche Fischteiche gab, hatten dort zahlreiche Wassermänner mit ihren Familien ihren Sitz aufgeschlagen. Von den anderen Landesbewohnern unterschieden sie sich dadurch, dass sie von kleiner Statur waren, ungefähr von der Größe eines zehn- bis zwölfjährigen Kindes. An ihren Kleidern hatten sie einen drei Finger breiten nassen Saum. Der Älteste von ihnen zeichnete sich noch durch ein grünes Röckchen, eine gelbe Hose und ein rotes Käppchen aus. In ihre Wohnungen hinab führten Stiegen. Und wollte einer der Wassermänner hinein, so schlug er mit einer Rute dreimal auf das Wasser, worauf die Stiegen sichtbar wurden. Sie führten zunächst zu einem kunstreich gearbeiteten Tor, das sich ohne Schwierigkeiten öffnen ließ. Die Wohnungen am Grunde der Teiche waren groß und schön und von prächtigen Gärten umgeben. Auf den Bäumen hingen goldene Früchte. An manchen Tagen konnte es einem Vorübergehenden passieren, dass er mit einer goldenen Frucht beschenkt wurde.“

7. Welche der Geschichten von Herrn Preußler ist wohl aus dieser Sage oder ähnlichen Sagen
entstanden?

„Noch eine andere Geschichte möchte ich dir erzählen:

Bertha von Rosenberg verbrachte ihre glücklichen Jugendjahre im Schloss ihres Vaters in Krummau [einer Stadt im Südwesten der Tschechischen Republik]. Nachdem sie herangewachsen war, hielten viele Bewerber um die Hand der Tochter des mächtigen Herren an. Ihr Vater vermählte sie gegen ihren Willen mit Johann von Liechtenstein, einem gestrengen und mächtigen Herren. Für die feine und gutherzige Bertha begann an seiner Seite ein von Leiden erfülltes Leben. Es gab keine Hilfe für sie, denn die damaligen Sitten erlaubten nicht, dass eine Ehefrau ihren Ehemann verließ, auch wenn er sie grausam behandelte. Erst der Tod von Berthas Mann brachte ihr die Erlösung von ihren Qualen. Mit Freude kehrte sie auf die väterliche Burg zurück und wurde zum guten Geist und zur Verteidigerin aller Leidenden. Doch schon bald ereilte sie selbst der Tod. Dies war ein schmerzhafter Schlag nicht nur für die Rosenberger Herren, sondern auch für die Armen der ganzen Herrschaft. Sie hörten nicht auf, ihr nachzuweinen, und bald konnten sie Bertha in ihren Träumen sehen. Die Weiße Frau, wie sie genannt wurde, erschien fortan in zahlreichen Rosenberger Burgen in einem wallend weißen Gewand, mit einem großen Schlüsselbund an ihrem Gürtel. Ihr Lachen bedeutete künftiges Glück für das Haus. Erschien sie jedoch ganz in schwarz gekleidet und war ihr Gesicht trauerverschleiert, bedeutete es kommendes Unglück oder Tod.

Die Weiße Frau bewachte fortan die Kinder ihrer Verwandten und behütete sie vor Übel. Wenn Ammen ermüdet einschliefen, nahm sie die Säuglinge in ihre Arme, verwöhnte und wiegte sie. Die Ammen, die sie kannten, hinderten sie daran nicht. Einmal aber, als eine unwissende Kinderfrau erschrocken fragte: „Was hast du mit dem Kinde zu schaffen?“ und sie deswegen schimpfte, soll sie gesagt haben: „Ich bin keine Fremde in diesem Hause wie du, sondern gehöre ihm an; dieses Kind stammt von meinen Kindeskindern. Weil du mir aber keine Ehre erwiesen hast, will ich hier nicht mehr wieder einkehren. Du aber pflege das Kind fortan, wie es sich gehört. Wenn es herangewachsen ist, sollst du ihm erzählen, wie sehr ich es geliebt habe. Du sollst ihm die Stelle zeigen, an der ich zu seiner Wiege kam und wieder wegging.“ Nach diesen Worten beugte sie sich über die Wiege. Sie lächelte dem Kind zu, küsste es und verschwand dann in der Wand, zu einer leichten weißen Wolke werdend. Seit der Zeit ist sie nicht mehr in der Burg erschienen. Als das Kind aber herangewachsen war und die Botschaft der Weißen Frau hörte, ließ es die Wand, in der die Weiße Frau verschwunden war, niederreißen. Und es fand an dieser Stelle einen großen Schatz.“

8. Für welche seiner Geschichten könnte die Sage von der Weißen Frau Vorbild gewesen sein?
Es ist eine Geschichte, in der eine lustige weiße Gestalt mit einem großen Schlüsselbund vorkommt, die in der Nacht in einer Burg herumspukt, mit den Leuten allerhand

„Der Ort, in der die Gestalt aus der Geschichte wohnt, heißt Eulenberg und auch diesen Ort gibt es – wen wundert’s – in Herrn Preußlers Heimat wirklich. Auf Tschechisch heißt er heute Sovinec.

9. Wie heißt aber die Burg in dieser Geschichte?

10. Und wie heißt der beste Freund der Titelfigur?

„Du kennst bestimmt aber auch noch andere Figuren aus Herrn Preußlers Kinderbüchern!“

11. Wie heißen die Figuren auf den folgenden Bildern?


A

B

C

12. Bestimmt weißt du auch, …
a)  wie alt die Hexe vom Bild A ist,
b)  wie ihr bester Freund heißt
,
c)  und in welcher Nacht sie sich mit allen anderen Hexen trifft!

13.  Du kannst mir bestimmt sagen, wie der Freund des Mannes auf Bild B heißt!

14.  Na, und dann weißt du sicher auch, was der Herr von Bild C ein bisschen konnte!

„Herr Preußler hat aber nicht nur viele Geschichten selbst erfunden, sondern auch einige alte Sagen aus seiner Heimat neu aufgeschrieben, so z.B. die Sagen über einen berühmten Berggeist, der im Riesengebirge (im Norden der Tschechischen Republik) lebte und dort sein Unwesen trieb. Übrigens ist auch die Straße, in der Herr Preußler heute (in Haidholzen bei Rosenheim) wohnt, nach diesem Berggeist benannt.“

15. Wie heißt dieser Berggeist?

„Du wirst dich jetzt vielleicht fragen, wieso der Herr Preußler jetzt in der Nähe von Rosenheim und nicht mehr in seiner Heimat lebt. Nun, das ist eine lange und traurige Geschichte. Ich will sie dir aber trotzdem kurz erzählen:

Von 1939 bis 1945 gab es einen schrecklichen Krieg – den Zweiten Weltkrieg. Du hast von deinen Großeltern vielleicht schon einiges über diese schlimme Zeit erfahren. Dieser Krieg, der von Deutschland begonnen wurde, brachte viel Leid über die Menschen in Europa und auf der ganzen Welt. Gerade unsere Nachbarvölker, die Polen und die Tschechen, hatten sehr unter diesem Krieg zu leiden. Auch Herr Preußler musste 1942 als deutscher Soldat in den Krieg ziehen und gelangte 1944 in russische Kriegsgefangenschaft. Erst fünf Jahre später wurde er aus dieser Gefangenschaft entlassen. Er konnte aber nicht nach Hause – nach Reichenberg (Liberec) – zurückkehren, weil die allermeisten Deutschen nach dem Ende des Krieges aus ihrer Heimat in der Tschechoslowakei (der heutigen Tschechischen Republik) vertrieben wurden. So gelangte er in die Gegend von Rosenheim, wo sich seine Familie nach ihrer Vertreibung niedergelassen hatte.

Über diese Zeit sagte Herr Preußler einmal:
Wer lachen kann, und sei es über sich selbst, wird mit bedrohlichen Zeitläufen ungleich besser fertig, als wenn er sich ständig nur bemitleidet. Auch das habe ich im Lager gelernt – und nicht zuletzt deshalb versuche ich mit vielen meiner Geschichten, Kindern möglichst früh Gelegenheit zu geben, sich im Lachen zu üben.“

(Aus: Otfried Preußler, Werk und Wirkung)

Trotz oder gerade wegen seines schlimmen Schicksals bemüht sich Herr Preußler aber stets darum, zu einer Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen beizutragen. Fast alle seiner Kinderbücher wurden auch ins Tschechische übersetzt und machen tschechischen Kindern heute genauso viel Freude wie ihren deutschen Altersgenossen. Er selbst übersetzte aber auch ein tschechisches Kinderbuch ins Deutsche.“

16. Wie heißt dieses Buch, bei dem ein sprechender Kater die Hauptfigur ist?

„So, nun hast du, glaube ich, eine ganze Menge über Herrn Preußler, mich, den Räuber Hotzenplotz und seine anderen Märchenfiguren erfahren.“

Trage nun alle Antworten auf die Fragen in das entsprechende Lösungsblatt in der Mitte des Heftes ein!

 

Solltest du kein Lösungsblatt haben, kannst du es hier herunterladen:

 download als pdf-Datei  (49KB)
 

Zum Downloaden der Seiten im pdf-Format verwendet man den "acrobat reader". Näheres unter "allgemeine Hinweise".