"Der Schatz der Ostsee"
Bayerischer Schülerwettbewerb 2010/11
"Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn - Wir in Europa"


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Altersstufe 3
Lösungsbogen

 

 
















Inhalt:

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Der Wettbewerb:
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"Auf den Spuren des Bernsteinzimmers "


 


Bernstein - Schatz der Natur! Ein wertvolles Zimmer aus Millionen dieser goldenen Steine hält die Schatzsucher der Welt seit fast 70 Jahren auf Trab - sogar in Bayern sucht man danach. Begib dich mit ihnen auf den Weg, um mehr zu erfahren über Geschichten und Geschichte rund um die Ostseeküste von Pommern bis St. Petersburg und über das Geheimnis des Bernsteins.

Schon im Altertum war Bernstein im Mittelmeerraum bis nach Ägypten und darüber hinaus sehr begehrt. Seit vorgeschichtlicher Zeit verband ein Handelsweg, die so genannte Bernsteinstraße, das Delta der Weichsel mit dem Mittelmeerraum.

3.1. Welche Länder durchquert die Bernsteinstraße?


Die Bernsteinstraße war der Handelsweg in Nord-Süd-Richtung, aber es gab und gibt auch den West-Ost-Handelsweg entlang der Küste.

3.2. Welche Währungen benötigst du ab dem 1.1.2011 auf einer Reise von Rostock nach
St. Petersburg entlang der Küste? Nenne Land und Währung!







Da Bernstein also ein so wertvolles und begehrtes Material war, ließ sich der preußische König Friedrich I. daraus ein Prunkzimmer für sein Schloss in Berlin fertigen.

3.3. Wie heißt das Schloss?




Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm I. verschenkte dieses Bernsteinzimmer an den russischen Zaren Peter den Großen um die guten diplomatischen Beziehungen mit ihm zu erhalten. Der ließ es in die von ihm gegründete und nach ihm benannte Stadt bringen.

3.4. In welchem Schloss befand sich das Bernsteinzimmer zuletzt?



Wer das Bernsteinzimmer sucht, sollte auch ein wenig mehr über den Stein wissen, der der ganzen Küste den Namen gab und über einige Ereignisse, die sich dort abspielten. Bernstein findet man nicht nur zufällig beim Spaziergang am Meer.

3.5.
a) Was ist Bernstein?
b) Welche Besonderheit von wissenschaftlichem Interesse zeichnet manche Bernsteinfunde aus?
c) Wie heißt die Gesteinsschicht, in der der Bernstein zu finden ist?
d) Wie wurde Bernstein unweit von Königs-berg/Kaliningrad an der Küste bis vor wenigen Jahren industriell gefördert?
e) Wie lautet die deutsche Bezeichnung des heute russischen Ortes Jantarny, wo eine
der weltweit bedeutendsten Förderstätten liegt und wo in Spitzenzeiten bis zu 600 t
Bernstein jährlich gefördert wurden?

Dieser Ort erlangte eine traurige Berühmtheit durch ein Massaker, das sich 1945 im Zuge der Auflösung der KZs durch die SS ereignete. Dabei wurden einige Tausend KZ-Häftlinge durch die Winterkälte in Richtung dieses Ortes getrieben, die meisten davon jüdische Frauen aus Ungarn, der Ukraine und Polen.

3.6. a) Wie hieß das etwa 40 km östlich von Danzig liegende KZ?

Mehr als die Hälfte von ihnen kam schon auf dem Weg dorthin um.

3.6. b) Wie werden solche Deportationen von KZ-Häftlingen, die in der Endphase des Zweiten Weltkrieges stattfanden, genannt?

Nur 15 der 3000 noch dort Eintreffenden überlebten die Erschießungen, die zwischen dem 31. Januar und dem 2. Februar 1945 stattfanden. Ein ostpreußischer Augenzeuge sorgte mit seinen Lebenserinnerungen „Der Junge von der Bernsteinküste“ dafür, dass dieses Massaker dem Vergessen entrissen wurde.

3.6. c) Wie heißt der Autor?


Im Zweiten Weltkrieg bauten deutsche Wehrmachtssoldaten das Bernsteinzimmer in St. Petersburg ab und transportierten es nach Königsberg in Ostpreußen. Dort verliert sich seine Spur. Schatzsucher auf der ganzen Welt haben es immer wieder an Bord der „Wilhelm Gustloff“ vermutet, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von einem sowjetischen U-Boot torpediert und versenkt wurde. Der Untergang des mit rund 10.000 Passagieren - meist auf der Flucht vor der vorrückenden Sowjetarmee befindliche Frauen und Kinder - völlig überfüllten Kreuzfahrtschiffes, zählt zu den größten Schiffskatastrophen der Geschichte. Mehr als 9.000 Menschen starben in den eiskalten Fluten der Ostsee.

3.7.
a) Wann geschah diese Katastrophe?
b) Wie viele Menschen überlebten diese Tragödie?
c) Wochen später wurden damals zwei weitere Flüchtlingsschiffe versenkt, wobei wiederum Tausende den Tod fanden. Wie hießen sie?
d) In dem Tatsachenbericht „Die Gustloff-Katastrophe: Bericht eines Überlebenden“ und in
anderen Werken schildert ein damals jugendlicher Augenzeuge seine Erlebnisse. Wie heißt er?
e) In dem Roman „Im Krebsgang“ widmet sich ein namhafter deutscher Autor dieses Themas.
Wie heißt er?
f) Welche wichtige internationale Auszeichnung erhielt er 1999?
g) Bereits 1993 erhielt er in seiner Geburtsstadt Danzig/Gdansk, die heute zu Polen gehört, zwei Auszeichnungen. Welche?
h) Seit wann ist die Oblast (Gebiet) Kaliningrad, in der Königsberg heute liegt, eine russische Exklave?



Der Enkel Peters des Großen, Zar Peter III., war mit der späteren Zarin Katharina II., genannt die Große, verheiratet. Ihr Geburtsort liegt an einem Fluss, an dessen Mündung auch Bernstein gefunden wird.

3.8. Wie heißt der Fluss?


Durch das Manifest vom 22. Juli 1763 ermöglichte Katharina die Große die Ansiedlung tausender deutscher Bauern in den Ebenen beidseits eines bedeutenden russischen Flusses.

3.9. Wie werden diese Deutschen in Anlehnung an den Flussnamen genannt?


Allerdings waren diese Siedler nicht die einzigen, sondern nur die ersten. Nach ihnen kamen noch viele andere, die allgemein unter dem Begriff Russlanddeutsche zusammen gefasst werden. 1917, im Ersten Weltkrieg, wollte man alle deutschen Siedler aus dem europäischen Teil Russlands nach Osten deportieren, doch ein politischer Umsturz veränderte die Situation 1917 völlig.

3.10. Was passierte in diesem Jahr in Russland?


Im Zweiten Weltkrieg, unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941, erließ das Präsidium des Obersten Sowjets das Dekret „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen" wegen des Verdachts auf Spionage und Kollaboration.

3.11. In welche Gebiete wurden darauf hin die Deutschen laut dem oben
genannten Dekret deportiert?


Dort wurden die arbeitsfähigen Männer in sogenannte Arbeitsarmeen einberufen und zur Zwangsarbeit eingeteilt – später sogar auch die Frauen. Alle Deportierten schickte man in sogenannte Sondersiedlungen.

3.12. Wie viele Russlanddeutsche lebten insgesamt in solchen Siedlungen?


Ihre Verbannung wurde 1948 durch die sowjetische Regierung auf Dauer festgeschrieben. Erst nach der Fürsprache eines deutschen Bundeskanzlers, der im Jahre 1955 auch die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen erreicht hatte, wurden sie amnestiert und aus den Sondersiedlungen entlassen.

3.13. Um welchen Politiker handelte es sich?


Die Deutschen in der Sowjetunion wurden politisch und rechtlich nie ganz rehabilitiert. Sie mussten sich im sprachlichen, kulturellen, schulischen Bereich ganz nach den russischen Vorgaben richten. Viele Angehörige der russlanddeutschen Minderheit hatten deshalb den Wunsch, die Sowjetunion zu verlassen und in die Bundesrepublik auszureisen. Aber erst nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ 1989 stieg die Zahl der Aussiedler aus der Sowjetunion.

3.14. Wie viele Personen reisten aus diesem Bereich zwischen 1989 und 2007 insgesamt in die Bundesrepublik Deutschland ein?
(Gerundet auf Hunderttausend)


Der deutschen Minderheit in Russland gehören heute noch ca. 600.000 Personen an.

3.15. Das entspricht der Einwohnerzahl einer deutschen Stadt wie:
(1) Hamburg (2) Nürnberg (3) Stuttgart


Als Interessenvertretung ihrer kulturellen, sozialen und politischen Belange existiert in der Bundesrepublik Deutschland eine Organisation.

3.16. Wie heißt sie?


In St. Petersburg leben noch bzw. wieder Deutsche. Nach Öffnung der Grenzen 1989 entwickelten sich vielfältige bilaterale Beziehungen, die unter anderem im September 2009 zur Eröffnung einer deutsch-russischen Bildungseinrichtung führten.

3.17. Um welche Einrichtung handelt es sich?


Seit 1976 wurde in St. Petersburg am Nachbau des Bernsteinzimmers gearbeitet. Durch eine bedeutende Spende der deutschen Ruhrgas AG konnte das rekonstruierte Bernsteinzimmer in St. Petersburg wieder der Öffentlichkeit übergeben werden.

3.18.
a) Wann war das?
b) Wie viele Tonnen Bernstein wurden für die Rekonstruktion gebraucht?


Bis das echte Bernsteinzimmer gefunden wird, kann man wenigstens einige andere Erinnerungen aus dem Ostseeraum mit nach Hause nehmen:

3.19.
a) Aus Danzig ein berühmtes Getränk,
b) aus Riga wohltuendes für den Magen,
c) aus St. Petersburg ein typisch russisches hochprozentiges Getränk und ein wertvolles
schwarzes oder rotes Fischprodukt
d) und aus Palmnicken einen Bernstein, weil man ihm auch legendäre Heilkräfte nach-
sagt. Wozu wird Bernstein deshalb häufig bei Babys eingesetzt?


 
3.20. Ordne den Ländern, Orten und Gewässern, die richtigen Zahlen (arabische und römische) bzw. Buchstaben zu (Siehe Lösungsbogen)!