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Inhalt:
Vorwort
Organisatorisches
allgemeine Hinweise
aktuelle Hinweise Kontakt
Rückblick
Karte und Bilder
Der Wettbewerb:
- Altersstufe 1
- Altersstufe 1 S
- Altersstufe 2
- Altersstufe 2 S
- Altersstufe 3
- Altersstufe 3 S
- Altersstufe 4
- Altersstufe 4 S
Kreativwerkstatt:
- Literatur
- Musik
- Kunst
- Land und Leute
Umsetzung:
- Tipps für Lehrer
Downloadbereich:
- PDF-Dateien
Links:
- Textheft + Wandzei.
- Linkliste
- Früherer Wettbewerb
(2002/03)
- Früherer Wettbewerb
(2004/05)
- Früherer Wettbewerb
(2006/07)
- Früherer Wettbewerb
(2008/09)

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"Wegweiser in die Moderne" 
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Für die Suche nach dem Schatz der Ostsee braucht man Orientierungshilfen. Als solche fungieren Wegweiser, die zeigen, dass der Ostseeraum zu allen Zeiten Vordenker und Vordenkerinnen wie z.B. Nikolaus Kopernikus, Immanuel Kant, Günter Grass, Marion Gräfin Dönhoff oder Lech Walesa, hervorgebracht hat, die sich in politischer, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht über die Grenzen ihrer Zeit hinaus wagten. Dabei stießen sie aber auch auf Widerstände. Konflikte vor allem in politischer Hinsicht blieben nicht aus. Der Ostseestrand gilt zwar für viele als idyllisches Badeparadies, eher als Symbol für bürgerliche Sommerfrische als für revolutionäre Umwälzungen. Weitgehend vergessen ist, dass sich um die Beherrschung der Ostsee über ein Jahrtausend hin Dänen, Deutsche, Schweden, Polen und Russen stritten. Und doch nahmen gerade im vergessenen baltischen Winkel des Ostseeraumes Entwicklungen wie die bolschewistische Oktoberrevolution ihren Ausgang, die über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ganz Europa beeinflussten und zum Teil noch bis in unsere Zeit nachwirken. Sie gehören zu den „Wegweisern in die Moderne“.
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Für Russland war die Ostsee seit jeher das direkte Tor nach Westeuropa. Mit der Gründung von St. Petersburg an der Newa-Mündung schuf sich Russland sein „Fenster zum Westen“.
4.1.
a) Durch welchen Zaren erfolgte die Gründung?
b) Wie heißt die Oper, mit der dem Zaren, der als Handwerker halb inkognito
durch Westeuropa reiste, ein musikalisches Denkmal gesetzt wurde?
c) Von wem stammt sie?
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Bild des ges. Philosophen
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Zeitweise lebten in der Hauptstadt des Zarenreiches fast 50.000 Deutsche. Die 1736 gegründete, renommierte Annenschule und die seit 1727 erscheinende St. Petersburger Zeitung, 1991 wieder begründet, illustrieren den deutschen Anteil an der Stadtgeschichte. Der große Zustrom deutscher Siedler in die ländlichen Gebiete begann allerdings erst 1763 mit dem Einladungsmanifest der Zarin Katharina II.
4.2.
a) Nennen Sie die drei deutschen Hauptsiedlungsgebiete
im alten Russland!
b) Wie lauten Geburtsname und Geburtsort von Katharina der Großen?
c) Mit welchem berühmten Philosophen stand sie in Briefkontakt?
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Bild der Geburtsstadt von Zarin Katharina II
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Bis zum 1. Weltkrieg bestanden enge Verbindungen zwischen russischen und deutschen Herrschern. In Ostmitteleuropa waren das Deutsche Reich und Russland sogar unmittelbare Nachbarn, bis Polen, Estland, Lettland und Litauen ihre Souveränität erlangten. Mit einem Vertrag vom 24. August 1939 fiel diese Souveränität jedoch der aggressiven deutschen und sowjetischen Außenpolitik zum Opfer.
4.3. a) Wie lautet der Titel dieses Abkommens?
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Karte zum gesuchten Abkommen
(Quelle: Auswärtiges Amt)
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Dieser Vertragsschluss am Vorabend des 2. Weltkrieges löste im Ostseeraum eine Kette von tragischen Ereignissen aus, Millionen von Menschen wurden wie Vieh nach West und nach Ost verschoben.
Zuerst waren die Deutschbalten aus Estland betroffen, die im Rahmen der nationalsozialistischen
Heim-ins-Reich-Politik ab 1939 umgesiedelt wurden.
4.3. b) Wie viele Personen waren von dieser Umsiedlung betroffen und in welche
damaligen „Reichsgaue“ wurden sie umgesiedelt?
Tausende der baltischen Juden wurden unter sowjetischer Herrschaft nach Sibirien deportiert, die Mehrzahl fiel dem Holocaust zum Opfer.
4.4.
a) Wie viele Juden lebten vor dem 2. Weltkrieg in den drei baltischen Staaten?
b) Nennen Sie den Namen des Konzentrationslagers in Riga, in dem viele baltische,
unter anderen auch bayerische Juden ums Leben kamen.
Als 1944 die Rote Armee die deutsche Ostgrenze nach Ostpreußen überschritt, begann eine gewaltige Fluchtbewegung, die nach dem Kriegsende mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den damals deutschen Ostsee-Provinzen Ostpreußen, Westpreußen und Hinterpommern endete. Der gebürtige Danziger Literaturnobelpreisträger Günter Grass beschrieb in einem Roman den Untergang eines Flüchtlingsschiffes am 30. Januar 1945 mit über 9000 Opfern.
4.5.
a) Wie heißt der Roman?
b) Wie lautet der Name des Schiffes?
Ein besonders hartes Schicksal erlitten Kinder, die in den Wirren dieser Zeit ihre Eltern verloren und nach Litauen flohen. Dort kämpften sie über Jahre hinweg um ihre Existenz, meist unter Aufgabe ihrer Identität.
4.6. Wie nennt man diese Kinder?
Nachdem die drei baltischen Staaten der Sowjetunion einverleibt worden waren, wurden nach 1945 in mehreren Wellen bis 1953 planmäßig Angehörige der gesellschaftlichen Eliten sowie Systemgegner nach Sibirien deportiert.
4.7. a) Kreuzen Sie die richtige Gesamtzahl der Deportierten an!
Diese Deportationen bilden heute noch ein nationales Trauma für die baltischen Völker und lösten damals einen bis in die 50er Jahre anhaltenden bewaffneten Widerstand aus.
4.7. b) Wie wurden die baltischen antisowjetischen Partisanen genannt?
Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts waren besonders Estland und Lettland einer forcierten Ansiedlungspolitik ausgesetzt, die zu einem dramatischen Anwachsen des russischsprachigen Bevölkerungsanteils führte.
4.7. c) Wie groß sind der estnische Bevölkerungsanteil in Tallinn und der lettische Anteil in Riga heute nur noch? Runden Sie auf ganze Prozentzahlen (Stand 2009)!
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Gedenktafel der Opfer des kommunistischen Terrors, angebracht am Regierungssitz in Tallinn
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Trotz oder vielleicht auch wegen dieser wiederholten Wechsel der Herrschaften, des Wechsels zwischen Fremd- und Selbstbestimmung, gingen aus dem Ostseeraum entscheidende Impulse zur nationalen Selbstfindung und für Freiheitsbestrebungen hervor: Nicht ohne Grund wurde in Riga einem Ostpreußen ein Denkmal errichtet. In seinem Werk „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ vertrat er die Gleichheit der Nationalitäten – ein Gedanke, der seinerzeit gerade bei den baltischen und slawischen Nationalitäten begeisterte Aufnahme fand.
4.8. a) Wie heißt er und wo wurde er geboren?
Ebenso hatten prominente Gegner der NS-Herrschaft ihren Ursprung im Ostseeraum, u.a. Carl Friedrich Goerdeler und Ewald von Kleist-Schmenzin.
4.8. b) Ermitteln Sie deren jeweiligen Geburtsort und den Ort ihrer Hinrichtung!
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Über 40 Jahre lang beherrschte der Sowjetkommunismus das Leben und die Politik im östlichen Ostseeraum. Mit dem Beginn von Glasnost und Perestroika in den 80er Jahren erhielten die Unabhängigkeitsbestrebungen in den sowjetischen Satellitenstaaten und Teilrepubliken jedoch eine neue Dynamik. Wieder gab es Vordenker wie den polnischen Elektriker Lech Walesa, der 1980 durch die mutige Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft einen entscheidenden ersten Schritt zum Fall des Eisernen Vorhanges leistete.
4.8.
c) Wie hieß die Bewegung, welche die kommunistischen Machthaber letztlich bezwang und wo genau wurde sie gegründet?
d) Welches politische Amt bekleidete Lech Walesa von 1990 bis 1995?
Nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Hegemonie konnte im östlichen Teil Europas wieder Meinungsfreiheit herrschen. Die öffentliche Debatte offenbarte allerdings nicht nur historische Erfahrungen, die von jenen Westeuropas oft erheblich abwichen, sondern auch damit verbundene unterschiedliche Erinnerungskulturen im westlichen, mittleren und nordöstlichen Europa. Dafür mögen zwei Beispiele stehen:
Nach jahrelanger kontroverser öffentlicher Debatte auf deutscher und polnischer Seite beschloss die Bundesregierung die Gründung einer Stiftung, die das Gedenken an die millionenfache Vertreibung Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg sowie an die Vertreibung schlechthin pflegen solle.
4.9. a) Wie heißt diese Stiftung?
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Das Schicksal einer deportierten lettischen Familie steht im Mittelpunkt des Romans „Mit Ballschuhen im sibirischen Schnee“. In Deutschland monierten Kritiker die Gleichsetzung der sowjetischen mit den nationalsozialistischen Verbrechen. Die lettische Autorin spielte in der Unabhängigkeitsbewegung eine wichtige Rolle.
4.9. b) Wie heißen Autorin und Unabhängigkeitsbewegung?
Denkmal der Unabhängigkeit in Tallinn 
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Trotz aller belastender Hinterlassenschaften des 20. Jahrhunderts bietet der Ostseeraum einen Schatz an Bezugspunkten europäischer und deutscher Kultur. Vieles wird als Bestandteil deutscher Kulturleistungen erachtet und prägt insofern unsere nationale Identität, obwohl manches außerhalb der deutschen staatlichen Territorien, die unser nationalstaatliches Denken immer noch beeinflussen, geschaffen wurde.
So verbindet sich mit der Stadt Königsberg, heute Kaliningrad, der Name eines Mannes, der wie kein anderer die moderne Geistesgeschichte prägte: Immanuel Kant (1724-1804). Der Philosoph verließ Zeit seines Lebens Königsberg nie. Er war der Begründer des Kritizismus und der Transzendentalphilosophie. Sein Denken kennzeichnet den Beginn der modernen Philosophie. Er schuf eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusste.
4.10.
a) Wie lautet der Titel seines Hauptwerkes?
b) In welcher Schrift stellt er einen zum damaligen Zeitpunkt utopischen Entwurf
für den 100 Jahre später realisierten Völkerbund vor?
c) Wie lautet der Fachbegriff für Kants wichtigstes Begründungsprinzip für Moral: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde“?
Seit 1992 hat die Stadt Königsberg wieder ein Kant-Denkmal, gestiftet von einer Frau, die ebenfalls zu den herausragenden Vordenkern des Ostseeraumes gehört: Marion Gräfin Dönhoff. Geboren 1909 im ostpreußischen Friedrichstein, erlebte Marion Dönhoff eine unbeschwerte Jugend, bis die Hitlerdiktatur auch ihr Leben maßgeblich beeinflusste. Sie gehörte zum Kreis des Widerstands vom 20. Juli 1944 und erlebte auf dem Rücken ihres Pferdes Alarich die Flucht aus Ostpreußen am eigenen Leib. In Hamburg begann ihr „zweites Leben“ als Journalistin und „public intellectual“.
4.11. a) Für welche Zeitung war Marion Dönhoff jahrelang Chefredakteurin und Herausgeberin?
Sie gehörte zur Delegation Willy Brandts zur Unterzeichnung eines Vertrages, der die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen grundlegend verbessert hat.
4.11. b) Wie heißt dieser Vertrag?
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Willy Brandt, Bundeskanzler von 1969 bis 1974
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Eine andere Ostpreußin gehörte ebenfalls zu den absoluten Vordenkerinnen ihrer Zeit, und zwar im Bereich der Emanzipation der Geschlechter. 1919 geboren im ostpreußischen Landkreis Cranz (heute Selenogransk), bewies sie als Pilotin (unter anderem von Jagdbombern) ihre ausgesprochene Widerspenstigkeit gegen gesellschaftliche Konventionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg startete sie als alleinerziehende Witwe eine Aufklärungskampagne zu Verhütungsmethoden, aus der letztlich ein Weltkonzern hervorging.
4.12.
a) Wie lautet der Name dieser Frau und des Konzerns, den sie gründete?
b) Welche Auszeichnung erhielt die Ehrenbürgerin der Stadt Flensburg im Jahre 1989? |
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